Raum mit Haltung – POTZDAMN goes Society

Kooperationen klingen oft nach Organisation, nach Kalenderabgleich und Techniklisten. In Wirklichkeit entstehen die guten aus etwas anderem: aus einem gemeinsamen Verständnis davon, wie sich ein Abend anfühlen soll. Unsere Zusammenarbeit mit dem Society Potsdam gehört genau in diese Kategorie.

Das Society ist kein Ort, der sich aufdrängt. Versteckt, urban, bewusst reduziert, liegt es etwas abseits des Erwartbaren. Kein protziger Clubbau, kein Hochglanzversprechen. Stattdessen ein Raum, der Geschichte atmet und gleichzeitig offen genug ist, um neu bespielt zu werden. Technisch sauber, atmosphärisch dicht, mit einer Architektur, die Dunkelheit zulässt und Sound trägt. Genau das macht es zu einem Ort, an dem elektronische Musik nicht dekorativ wirkt, sondern notwendig.

Unsere erste POTZDAMN-Veranstaltung im Society hatte genau diesen Untergrund-Charakter, den man nicht planen kann. Weniger Publikum, als man ausverkaufen könnte. Mehr Nebel, als Licht. Menschen, die nicht kamen, um gesehen zu werden, sondern um zu verschwinden. Die Tanzfläche entwickelte sich langsam, beinahe vorsichtig, bis irgendwann dieser Punkt erreicht war, an dem alles selbstverständlich wurde. Kein Showmoment, kein Peak-Gehabe. Nur Bewegung, Bass und Zeit.

Das Society hat diesen Abend nicht nur beherbergt, sondern getragen. Die Offenheit des Teams, das Verständnis für unser Format und die Bereitschaft, Dinge nicht glattzuziehen, sondern wirken zu lassen, haben den Unterschied gemacht. Hier wurde nichts erklärt, nichts korrigiert, nichts beschleunigt. Man ließ die Nacht ihre eigene Geschwindigkeit finden.

Dass wir diese Kooperation fortführen, war deshalb keine Entscheidung, sondern eine Konsequenz. POTZDAMN und das Society teilen eine Haltung: Clubkultur als Raum, nicht als Produkt. Atmosphäre vor Inszenierung. Inhalt vor Oberfläche.

Am 28. Februar kehren wir zurück. Wieder mit POTZDAMN. Wieder ins Society Potsdam. Keine Neuerfindung, keine Konzeptänderung. Sondern eine Fortsetzung. Gleicher Ort, gleiche Idee, neue Nacht.

Karten für den Abend sind bereits erhältlich.
Der Zugang läuft über Eventbrite, wie gewohnt klar und direkt.

Manchmal ist es nicht die Größe eines Clubs, die entscheidet, sondern seine Haltung. Das Society Potsdam hat sie. Und wir freuen uns darauf, sie gemeinsam weiter mit Leben zu füllen.

Man sieht zwei tanzende Personen in einer nebligen, dunklen Umgebung, die von farbigen Lichtstrahlen und Funken erhellt wird. Sie bewegen sich einander zugewandt um einen weißen, älteren Mercedes, dessen Rücklichter warm leuchten. Die Szene wirkt wie ein nächtlicher Underground-Rave: dichter Nebel, harte Lichtakzente, Bewegung und Energie stehen im Vordergrund, die Umgebung bleibt bewusst diffus und geheimnisvoll.

Ein neues Jahr zwischen Schaltkreis und Seele

Das neue Jahr beginnt leiser, als man es erwarten würde. Kein Paukenschlag, kein plakativer Stilwechsel. Eher ein vorsichtiges Hochfahren der Systeme. Und genau darin liegt seine Spannung. In der elektronischen Musik deutet sich kein radikaler Bruch an, sondern etwas Subtileres: eine neue Selbstverständlichkeit im Umgang mit Technik, Geschichte und Körper.

Lange Zeit verlief die Diskussion entlang einer künstlichen Trennlinie. Hier das Analoge, warm, unberechenbar, angeblich „echt“. Dort das Digitale, präzise, flexibel, angeblich seelenlos. Diese Gegenüberstellung wirkt inzwischen müde. Die interessantesten Entwicklungen entstehen genau dort, wo diese Kategorien ineinanderfallen.

Instrumentenhersteller denken nicht mehr in Entweder-oder. Neue Geräte verbinden analoge Signalwege mit digitaler Steuerung, Speicherbarkeit und moderner Modulation. Drehregler treffen auf Displays, Spannung auf Software. Es geht nicht darum, alte Maschinen zu kopieren, sondern ihre Denkweise weiterzuführen. Der Charme klassischer Synthesizer entsteht heute nicht durch Nostalgie, sondern durch bewusste Reduktion und kluge Erweiterung.

Auch im Bereich der Plugins hat sich der Fokus verschoben. Weg von bloßer Emulation, hin zu Interpretation. Entwickler nehmen ikonische Sounds nicht mehr nur als Vorlage, sondern als Ausgangspunkt. Filter verhalten sich lebendiger, Zufälligkeit wird wieder zugelassen, kleine Ungenauigkeiten sind kein Fehler mehr, sondern Feature. Digitale Werkzeuge dürfen wieder atmen.

Parallel dazu verändern sich die Produktionstechniken. Immer mehr Produzenten arbeiten hybrid. Spuren entstehen im Rechner, werden durch Hardware geschickt, wieder eingefangen, neu bearbeitet. Alte Klassiker tauchen nicht als Kopie auf, sondern als Erinnerung. Ein vertrauter Basslauf, eine bekannte Akkordfolge, aber neu kontextualisiert. Langsamer, roher, direkter. Weniger Perfektion, mehr Haltung.

Interessant ist auch, wie sich der Blick auf den Raum verändert. Produktionen werden wieder stärker auf die Tanzfläche hin gedacht. Nicht auf Kopfhörer, nicht auf Algorithmen, sondern auf Körper. Dynamik statt Dauerdruck. Spannung statt Dauerschleife. Die Frage lautet nicht mehr: Wie laut kann es sein? Sondern: Wann wirkt es?

All das deutet auf ein Jahr hin, in dem elektronische Musik wieder näher an ihren Ursprung rückt, ohne rückwärtsgewandt zu sein. Technik wird nicht mehr vorgeführt, sondern benutzt. Klassiker werden nicht zitiert, sondern weitergedacht. Und genau hier entsteht der Raum, den wir suchen.

Für POTZDAMN heißt das: Nächte, in denen Neues und Vertrautes nebeneinander existieren dürfen. Sounds, die an früher erinnern, ohne stehenzubleiben. Tracks, die Geschichte kennen, aber im Jetzt wirken. Die Tanzfläche als Ort, an dem diese Entwicklungen nicht erklärt, sondern erlebt werden.

Das neue Jahr verspricht keine Revolution. Aber es verspricht Tiefe. Und manchmal ist genau das die spannendste Form von Fortschritt.

4. Advent. Licht an, Bass leise.

Der vierte Advent ist dieser merkwürdige Moment im Jahr, in dem selbst die Nacht kurz innehält. Die Straßen werden ruhiger, die Gedanken ein bisschen weicher, und irgendwo zwischen Kerzenlicht und Winterluft merkt man, dass ein Zyklus sich schließt.

Wir von POTZDAMN mögen normalerweise dunkle Räume, laute Systeme und Nächte, die kein Ende kennen. Aber auch wir wissen, wann man den Fader kurz runterzieht.

DJ bmp und electropapa möchten euch zum 4. Advent eine entspannte, warme und möglichst stressfreie Weihnachtszeit wünschen. Zeit zum Durchatmen. Zeit für Menschen, die wichtig sind. Zeit für Musik, die nicht antreibt, sondern begleitet.

Egal ob ihr die Feiertage feiernd, tanzend, arbeitend oder einfach nur überstehend verbringt: Nehmt euch zwischendurch einen Moment für euch. Clubkultur lebt nicht nur von der Nacht, sondern auch davon, dass man Kraft sammelt für die nächste.

Wir sehen uns wieder, wenn es dunkler wird.
Wenn der Bass zurückkommt.
Wenn aus Ruhe wieder Bewegung wird.

Bis dahin: angenehme Feiertage, klare Gedanken und genug Energie für alles, was kommt.

🖤
DJ bmp & electropapa
POTZDAMN

DJ bmp & electropapa im Weihnachts-Outfit